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Familienforschung mit Hilfe der Kirche Jesu Christi (Mormonen) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Manni, am 24-04-2002 21:57

Die unendliche Personendatenbank der Mormonen Familienforschung mit Hilfe der Kirche Jesu Christi (Mormonen
Unter "Mormonen" versteht man die Mitglieder von Religionsgemeinschaften, die das 1830 von Joseph Smith diktierte Buch Mormon, das eine auf Amerika bezogene Geschichtstheologie beschreibt, als eine heilige Schrift ansehen.

Weltweit als Mormonenkirche bekannt ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, englisch: The Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints (LDS). Sie ist vornehmlich in den USA verbreitet und umfasst weltweit etwa 11 Millionen Mitglieder. Zentrum der Mormonen ist Salt Lake City, die Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah.

Die besondere Bedeutung der Mormonen für die Familienforschung liegt in einer Besonderheit ihres Glaubens: Nach biblischer Überlieferung muss ein Mensch, der nach dem Tod in die höchste Seeligkeit gelangen will, streng nach den Regeln der Kirche gelebt haben und in einer Mormonenkirche (Tempel) unter Wasser getauft worden sein, wie es noch von Johannes dem Täufer im Neuen Testament überliefert ist.

Diese zwingend notwendige Taufvorschrift gilt auch für bereits verstorbene Personen, auch wenn dieser niemals in seinem Leben die Möglichkeit hatte, in einem Mormonentempel unter Wasser getauft zu werden. Es gibt allerdings eine Möglichkeit, verstorbenen Personen den Zugang zur höchsten Seeligkeit zu verschaffen, indem nämlich ein Mormone als Vertreter für diesen Verstorbenen die Taufe nachträglich vollziehen lässt. Voraussetzung dafür ist allerdings die Kenntnis des Namens des Verstorbenen.

Es ist daher verständlich, wenn die Mormonen in höchstem Maße daran interessiert sind, die Namen ihrer Vorfahren zu erforschen, um diesen dann durch eine nachträgliche Unter-Wasser-Taufe die Aufnahme in die höchste Seeligkeit zu ermöglichen. Aus diesem Grund begannen sie schon frühzeitig damit, ein Archiv mit familiengeschichtlichen Unterlagen anzulegen, in dem nach und nach auch Verfilmungen aller alten Kirchenbücher aus der ganzen Welt gesammelt wurden.

Von dem Filmmaterial des Mormonenarchivs befindet sich eine vollständige Kopie in der Zentralbibliothek der Mormonen in Salt Lake City.

Von dort werden wiederum auf Bestellung Kopien in die Filialen der Mormonen weltweit verschickt,
soweit diese über geeignete Filmlesegeräte verfügen. Derartige Mormonenfilialen werden als "Genealogische Forschungsstellen (der Mormonen)" bezeichnet.

Jeder Familienforscher kann, auch wenn er selbst kein Mormone ist, in diesen Forschungsstellen Filme oder Mikrofiches von Unterlagen aus Salt Lake City bestellen. Pro Film ist eine Gebühr von DM 10 im Voraus zu entrichten.

Sobald der Film in der Forschungsstelle eingetroffen ist, wird der Besteller benachrichtigt und kann den Film drei Monate lang in der Forschungsstelle benutzen. Besonders für Forschungen in den Vertreibungsgebieten (Polen, Baltikum, Böhmen, Mähren, Slowakei, Rumänien usw.) ist diese Forschungsmethode heute schon allgemein üblich.

Bei Ihrem Kontakt mit den Mormonen müssen Sie in keiner Weise befürchten, daß man Sie bekehren will. Sie werden sehen, daß man Sie höflich informiert und Ihnen soweit wie möglich bei der Beschaffung von Forschungsunterlagen hilft. Man wird Sie eventuell lediglich bitten, nach Abschluss Ihrer Forschungsarbeiten den Mormonen eine Kopie zukommen zu lassen, die dann im Archiv der Mormonen abgelegt wird.

Schon frühzeitig erkannten die Mormonen die Möglichkeit, mit Hilfe des Computers große Datenmengen zum Zweck der Familienforschung systematisch zu speichern und auszuwerten. Daher gibt es in Salt Lake City eine eigene Computerabteilung, in der ständig Filme des Archivs gelesen und in eine Datenbank übertragen werden.

So entstand in den letzten Jahren die Datenbank International Genelogical Index (IGI) mit über 300 Millionen Einträgen, die mit Hilfe von CD-ROMs in den genealogischen Forschungszentren der Mormonen weltweit eingesehen werden können.

Auch Ausdrucke aus diesem Datenbestand sind möglich. Unabhängig davon gibt es eine zweite Datenbank "Ancestral File" (AF), in die Ahnen- oder Stammtafeln eingegeben werden. Die Einträge dieser Datenbank sind also teilweise miteinander verknüpft.

Seit kurzem stellt die Kirche Jesu Christi ihre Datenbanken auch im Internet zur Verfügung. Wählen Sie dazu einfach:
http://www.familysearch.org
Veröffentlicht in : Die Themen, Tips und Praxis

Benutzerkommentare (4)
Geschrieben von rhmaier, am 03-02-2007 21:01, , Gast
1. ...
Es stimmt schon, die Datenbank der Kirche Jesu Christi (Mormonen) hat einen erheblichen Umfang aber für uns deutsche einen Nachteil sie ist kpl. in englisch erstellt.
 
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Geschrieben von Gast, am 03-02-2007 21:02, , Gast
2. ...
rhmaier hat recht. gerade für viele ältere menschen ergibt sich daraus eine große hürde. und damit verschließt sich praktisch diese möglichkeit für diese gruppe. schade, dass noch keiner eine translation ins deutsche zustande gebracht hat. günter
 
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Geschrieben von Gina, am 03-02-2007 21:08, , Gast
3. ...
Ich habe eine kleine Gebrauchsanleitung geschrieben, die vielleicht wenigstens ein bisschen weiterhilft. Zu finden unter: 
http://ahnenforschungen.de/md/ archiv/0604/msg00012.html
 
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Geschrieben von johann, am 03-12-2009 23:32, , Gast
4. Datenbank u. Archive
Hallo,  
die beste Datenbank ersetzt kein Archiv. Bspw. bei meinem Urahnen wurden 9 Kinder mit 7 Namen verschiedenen Schreibweisen in die Datenbank übernommen. Glücklicherweise gibt es Unterlagen über die Kinder. (Problem scheint das Abschreiben - und mangelnde Kenntnisse der örtlichen Familien. 
Grüsse 
Johann
 
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